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Ich erkläre mich hiermit zum
totalen Fan der palästinensischen Nationalspeise Hummous, die nun einmal
in Deutschland Kichererbsenbrei heißt. Dass ich den köstlichen Hummous
in einem Zeitungsartikel angeblich abschätzig "Kichererbsenbrei" bezeichnet
habe, war keine Verunglimpfung, sondern zeugt bestenfalls von der Unkultur
der Deutschen, die nicht die wahren Höhepunkte arabischer, pardon, palästinensischer
kulinarischer Kunst kennen oder zu schätzen wissen.
Hummous auf leeren Magen
 Wie schon mal berichtet, habe
ich gemäß den Regeln der noch unkorrigierten PLO-Charta eine palästinensische
Frau. Wegen ihrer orientalischen Herkunft kritisiert sie nicht nur meine
eigenen Kochkünste (das ist mein Hobby) sondern tischt mir wie selbstverständlich
zum Frühstück den Hummous auf. (Dazu gibt es einen typischen Aleppo-Salat,
weil sie vor meiner Wenigkeit mit einem Syrer verheiratet war und unter
der Fuchtel seiner kochenden Mutter stand). Im n-tv Forum wurde sogar
schon meine "Wampe" diskutiert. Sie ist nicht das Resultat deutscher Bier-Trink-Gewohnheiten,
sondern vielmehr das Ergebnis von viel zuviel Hummous-Genuss.
Aktenkundiger Hummous
Dass der Hummous übrigens
die palästinensische Nationalspeise ist (neben vielen anderen Köstlichkeiten:
wäre dankbar für Rezepte und könnte auch einige hier selber veröffentlichen)
wurde schon aktenkundig. Der palästinensische Landwirtschaftsminister
beschwerte sich mal bei einer Konferenz der Welternährungsorganisation
in Kairo, dass die Israelis im Rahmen ihrer Besatzungs- und Unterdrückungspolitik
den Palästinensern sogar deren Nationalspeise, den Hummous "rauben", indem
sie den Hummous (mitsamt dem Felafel) zu ihrer eigenen Nationalspeise
erklärt hätten. Das ist natürlich ein verabscheuenswürdiges Verbrechen
der Israelis, ändert aber nichts an der Tatsache, dass jene Israelis,
die wirklich etwas von Hummous verstehen, sogar unter Gefährdung ihres
eigenen Lebens, weiterhin zu ganz bestimmten palästinensischen Hummous-Lokalen
pilgern.
Wallfahrtslokale
Diese Israelis sind der Meinung,
dass nur Palästinenser fähig seien, den wahren, echten und wirklich guten
Hummous zu produzieren. Zum Thema Hummous ist kürzlich auf Hebräisch sogar
ein ganzes Buch von Jehuda Litani erschienen, das ich mir natürlich sofort
gekauft habe, um seitdem ein empfohlenes Restaurant nach dem anderen abzuklappern.
Weil ich überzeugter Koch bin, mit besonderer Vorliebe für die palästinensische/libanesische
Küche und sogar Hummous selber mache, hoffe ich doch, alle meine Kritiker
endgültig überzeugt zu haben, dass mich der oben genannte Vorwurf, den
Hummous als "Kichererbsenbrei" verunglimpft zu haben, nun wirklich im
tiefsten Herzen getroffen und an meiner Ehre als Koch (nicht als Journalist)
gepackt hat. Trotz aller bekannten politischen Differenzen sehe gerade
ich im Kulinarischen eine entscheidende Brücke zum Frieden, auch wenn
wegen dieser Nationalspeise schon fast ein Krieg ausgebrochen wäre.
Juni 2001
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