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Abendessen und Gespräch im Hause des Journalisten Ulrich W. Sahm
Eine Gruppe aus Franken
Ursprünglich sollte uns Herr Sahm im liebgewonnenen „roten Salon“
unserer Unterkunft bei den Borromäerinnen vom Alltag in Israel
berichten. Seit 1970 ist er für den deutschsprachigen Raum als
Nahost-Korrespondent tätig. Er ist mit einer Israelin verheiratet, hat
eine Tochter und wohnt in Jerusalem. Da inzwischen bekannt ist, dass
er sich gerne als Hobbykoch betätigt, nahmen wir die Einladung in sein
Haus zum Abendessen gern an.
Die abendliche Frische gebot, nicht die Terrasse zu nutzen. Eng waren
die Räumlichkeiten für unsere stattliche Teilnehmerzahl (42 Personen!)
und das Büffet.
Herrn Sahms Erklärungen zum koscheren Essen der Juden (ist dies der
Grund, weshalb Juden weltweit unter sich bleiben?), Fasten (Juden 3 x
im Jahr, Moslems 1 Monat, Christen 40 Tage), Fastenbrechen (Toast,
Satar mit Ysop) und Erklärungen zu dem gebotenen Menue waren
umfangreich. Unsere Gaumen wurden von bekannt Köstlichem bis völlig
Ungewohntem (z.B. Lavendellimonade) gefordert.
Alles, des Hausherrn aufgeregte Katze, sowie sein phlegmatischer Hund
konnten uns nicht abhalten, später auch ursprünglich erhoffte
Informationen zur politischen Lage zu erbitten!
Ulrich Sahm macht die Zukunft für Israel Angst. Die Palästinenser
wollen im Herbst ihren eigenen Staat ausrufen. Was bewirkt der Weg zur
Entwicklung einer iranischen Atombombe? Die Hamas ist eindeutig der
bewaffnete Arm der Moslembrüder. Diese geben sich z.Zt. in der Region
unnatürlich zurückhaltend. Die Medienwelt ist nicht interessiert an
Berichten, wie gut es den Palästinensern in den von den Israelis
besetzten Gebieten geht. Manche leben in sehr schönen Häusern. Herr
Sahm berichtete von einer stark frequentierten Luxuseinkaufspassage,
sowie einem gut besuchten Gourmetlokal im Gazastreifen. Die
politischen Unruhen in den Nachbarländern erfolgen aus anderen
Lebensumständen!
Als Journalist hatte Sahm mehrfach Gelegenheit, die Mukata, das
Hauptquartier Jassir Arafats in Ramallah, zu besuchen….(*S108) Im
schmutzigen Treppenhaus herrscht völlige Finsternis. Tastend erklimmen
wir die Stufen zum ersten Stock, wo sich Arafats Sitzungssaal
befindet…(*114) Arafat empfängt alle ausländischen Gäste in diesem
schmuddeligen, verdreckten Teil der Mukata. Seine palästinensischen
Untertanen hingegen begrüßt er im sauberen, mit Mahagoni-Türen
versehenen frisch gestrichenen Empfangssaal im Nachbargebäude…als
würdiger Herrscher. (*109) Jassir Arafat hat stets sein Bestes getan,
seine Politik und seine Sicht der Welt mitzuteilen. Er war ein
perfekter Schauspieler. Und Medien wie Politiker spielten
mit,….Vorwürfe kann man nur jenen Reportern, Politikern oder
Diplomaten machen, die Arafats Schauspiel mitmachten und
geflissentlich dazu schwiegen.
In welchem Maße sind u.a. auch unsere Politiker heute
Schauspieler?
Wer von uns kann z.Zt. PLO, Hamas, Fatah, DFLP, PFLP, Dschihad Islami,
El Aksa-Brigaden … genau unterscheiden? (*57) Die niemals wirklich
abgeschaffte PLO-Charta und die noch gültige Hamas-Charta predigen die
Zerstörung Israels und nicht nur einen Rückzug Israels zu der
Waffenstillstandslinie von 1967…………
Erst wenn >die< Palästinenser einen Staat als Nachbarn akzeptieren
könnten, ohne ihn zum Beispiel mit acht Millionen rückkehrenden
Flüchtlingen überschwemmen oder in >ganz Palästina< die Flagge des
Islam hissen zu wollen, könnte Ruhe einkehren
Alle mit (*xxx) gekennzeichneten Passagen zitiert aus: Ulrich W. Sahm
„Alltag im Gelobten Land“ ISBN
978-3-525-58014-1
Verlag Vandenhoeck&Ruprecht
Summa summarum: Ein bewegender Abend in Jerusalem!
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